Mein Tier mein Spiegel – Was bedeutet das?


Vor einiger Zeit war ich mit meinen Hunden und einer lieben Freundin im Wald spazieren. Mitten im Wald sind wir plötzlich auf Spaziergänger gestoßen. Noch bevor ich freundlich grüßen konnte, polterte mich der Mann an: ‚Das ist hier kein Hundeauslaufgebiet.‘ Wortlos nahm ich meine Hündinnen, die brav nur wenige Meter vor mir gelaufen waren, an die Leine und ging weiter. Innerlich kochte ich und verfluchte den Mann. Meine Hunde hatten nichts gemacht. Was hatte diesen Menschen dazu veranlasst so unhöflich zu mir zu sein? Ein Teil von mir wusste, dass er einfach nur Angst hatte und unfähig war, diesem Umstand vernünftig Ausdruck zu verleihen. Trotzdem brauchte es einen guten Moment, bevor ich mich innerlich beruhigen konnte, um meinen Gefühlen Raum zu geben. Irgendetwas an dieser Situation machte mich richtig wütend und ich war erstaunt, diese intensive Wut zu spüren.

woman-888406_1280Was soll das mit dem Spiegel?

Zwischen Mensch und Tier gibt es eine ganze Reihe unbewusster Prozesse. Alte emotionale Wunden bleiben in Form von unterdrückten Gefühlen in uns und manifestieren sich unter neuen Masken im Außen. Diese Gefühle blockieren uns auf vielfältige Weise. Um diese Blockaden aufzulösen, lenken wir uns unbewusst immer wieder in Situationen hinein, die ganz bestimmte Gefühle in uns auslösen. Bei dem Mann war das die Angst und bei mir die Wut.

Warum lösen wir diese Blockaden nicht anders auf?

Da es sich dabei immer um unangenehme Gefühle handelt, unsere Schattenseiten, die Seiten an uns, die wir nicht gerne spüren wollen, tun wir uns schwer damit, diese Gefühle selber zu erkennen. Keiner von uns möchte Wut, Scham, Trauer oder Angst spüren. Daher versuchen wir alles, um uns von diesen Gefühlen abzulenken.

Das Beispiel der Wut

Um auf das Beispiel der Wut zu kommen. Ich habe einen hohen Sinn für Gerechtigkeit. Wenn mir etwas ungerecht erscheint, macht mich das unglaublich wütend. Besonders wenn ich mich dabei als Opfer fühle. So reicht eine Begegnung im Wald aus, um diese Wut hochzubringen. Diese Wut hat ihren Ursprung in meiner Kindheit und gar nichts mit dem Mann zu tun. Meine Reaktion auf ihn hätte eigentlich Mitgefühl sein müssen, denn er hatte Angst. So lange ich meine eigenen Gefühle verdränge, werden mir im Außen immer wieder Situationen begegnen, die genau dieses Gefühl in mir erwecken. Erst wenn ich das Gefühl in all seiner Intensität zulasse und mein Gefühl spüre, ohne mich zu bewerten oder zu versuchen, durch Handlungen nicht zu fühlen, wird sich die Situation im Außen entsprechend ändern.

Mein Tier mein Spiegel BildVon Tieren nehmen wir die Botschaft leichter an!

Aus genau diesem Grund sind unsere Tiere als Spiegel an unserer Seite. Wenn uns Menschen als Boten gegenüberstehen, tendieren wir dazu, uns in Handlungen zu verlieren. Wir diskutieren, argumentieren, meckern, brüllen, laufen weg oder weinen, um das Gefühl irgendwie los zu werden. Sind Tiere involviert, schaffen wir es eher nicht, in Form einer Handlung zu reagieren. Dadurch bleiben wir bei dem ausgelösten Gefühl.

Tiere zeigen auf unsere Schattenseiten!

Tiere helfen uns also unermüdlich und mit liebevoller Hingabe, unsere Schattenseiten zu fühlen. Ihre körperlichen Krankheiten erzeugen mitunter Verlustangst, Gefühle der Hilflosigkeit, Wut und vieles mehr. Ihr Verhalten anderen Tieren oder Menschen gegenüber erzeugt ein bestimmtes Gefühl in uns. Dieses Gefühl ist das, was sie uns spiegeln.

Und so funktioniert der Spiegel

Hunde, die immer wieder aggressiv auf Artgenossen losgehen, sind uns vielleicht peinlich. Irgendwie vermuten wir, dass es etwas mit uns zu tun haben könnte und das treibt uns die Schamesröte ins Gesicht. Bedeutet der Angriff meines Hundes, dass ich am liebsten auf andere Menschen losgehen möchte? Nein, die Bedeutung wird erst sichtbar, wenn wir uns das Gefühl anschauen, welches die Situation erzeugt. Fühle ich mich schuldig oder werde ich wütend?

Und was ist mit Krankheiten?

Auch auf der körperlichen Ebene arbeiten unsere Tiere mit uns zusammen. Ihre Symptome spiegeln uns etwas, indem sie bestimmte Gefühle in uns auslösen. Eine Katze mit Katzenschnupfen wird bei dem einen Menschen eine Panikattacke auslösen mit der Angst, das Tier zu verlieren. Bei einem anderen Menschen wird es Mitleid auslösen, weil es dem Tier so schlecht geht. Bei wieder einem anderen Menschen wird es Ekel auslösen, weil das Tier alles vollrotzt. Bei wiederum einem anderen Menschen löst es vielleicht Wut und Frustration aus. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf ein und dieselbe Situation. Das, was wir dabei fühlen, ist es, was unsere Tiere uns spiegeln.

Worum es dabei nicht geht!

Dabei geht es nicht darum, warum, wann, wie und wo die Gefühle entstanden sind, sondern nur darum, sie bewusst wahr zu nehmen, anzuerkennen, innezuhalten und zu fühlen. Das ist nicht einfach, denn diese Gefühle sind unangenehm und wir sind es gewohnt, vor unangenehmen Gefühlen zu flüchten. Aber unsere Tiere sind unermüdlich an unserer Seite. Sie hören nicht auf, mit uns zu arbeiten, um sicherzugehen, dass wir das Gefühl, um das es geht, integrieren, indem wir es bewusst fühlen.

 

Herzliche Grüße

Homöo Faber – die etwas andere Tierheilpraktikerin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.