Wie ich zur Tierkommunikation gekommen bin


Wissen Sie, wie es Ihrem Tier heute geht? Nein? Dann fragen sie es doch einfach!

Was für Tierkommunikatoren selbstverständlich ist, war für mich früher ein einziges Rätsel. Wie soll das funktionieren, das Reden mit Tieren? Sie sprechen nicht unsere Sprache, sie benutzen andere Wortlaute und selbst das Entziffern der Körpersprache scheint Interpretationssache.

‚Doolittle-Seminar‘? – Mal echt jetzt!

Als Diplom-Psychologin war ich entsprechend skeptisch, als ich während einer Homöopathie-Fortbildung eingeladen wurde, an einem ‚Doolittle‘-Seminar teilzunehmen. Die Dame, die mich darauf angesprochen hatte, heißt Ulrike von Lienen. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung im Bereich klassischer Homöopathie für Tiere hatte sie mich zu diesem Zeitpunkt schon mehr als ein Jahr von ihrem Können im Bereich Homöopathie überzeugt.

Sie war bodenständig und so gar nicht ‚Eso‘ – wie ich mir die Leute immer vorgestellt hatte, die ‚so etwas‘ machen. Da ich von Natur aus neugierig bin und nicht ablehne, ohne zumindest einmal probiert zu haben, beschloss ich, ihrer Einladung zu folgen und meldete mich zu ihrem Basisseminar an.

O.K. – Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Schon morgens war ich sehr aufgeregt. So richtig sagen warum, konnte ich aber nicht. Es war ein Gefühl von: Es liegt etwas in der Luft. Heute weiß ich, dass ich innerlich schon ahnte, dass sich mein Leben verändern würde, dass ich meine bisherigen Glaubenssätze an diesem Wochenende ganz schön ins Wanken bringen würde.

Was ist wenn, meine Katzen mich nicht mögen?

Wie von Frau von Lienen aufgetragen, hatte ich Fotos von meinen beiden Katzen Lola und Josephine ausgedruckt und mir Fragen überlegt. So richtig war mir nichts eingefallen – oder besser, ich traute mich nicht so richtig nachzufragen. Also stellte ich beiden einfach nur die Frage: Hast du eine Botschaft an mich?

Ich war nervös. Funktionierte das hier wirklich? Wenn ja, wollte ich die Antworten von meinen Katzen wirklich hören? Was, wenn sie mich nicht mochten oder ihnen etwas nicht gefiel?

Eigentlich alles ganz einfach – eigentlich

Schon bald war ich mit neun anderen Teilnehmerinnen tief beschäftigt, den Übungen von Frau Lienen zu folgen. Innerlich ruhig werden, das Ego loslassen, innere Bilder kreieren und immer wieder nach innen konzentrieren. Da ich damals noch als Business Development Managerin arbeitete, gar keine einfache Übung. Ruhe war das, was mir am meisten fehlte. Die Sorge darüber, was meine Katzen mir vielleicht sagen wollten, war schnell vergessen.

Im Grunde genommen war die technische Seite der Tierkommunikation sehr einfach: in sich zur Ruhe kommen, einen inneren Raum erschaffen und das Tier dorthin einladen. Selbst Menschen ohne Erfahrung im Bereich Meditation, Achtsamkeit oder mit Übungen zur Stressreduktion können diese Seite der Tierkommunikation sehr schnell lernen. Das Schwierige an der Tierkommunikation ist das Ausblenden der Ratio und des eigenen Egos, diese plappernde Stimme im eigenen Kopf anzuhalten.

Glaubt kein Mensch – ist aber trotzdem so!

Schon am ersten Tag waren wir soweit, mit einem Tier Kontakt aufzunehmen. So schnell hatte ich das nicht erwartet. Ich hatte mir alles irgendwie komplizierter vorgestellt. Meine Gedanken waren durch die Übungen inzwischen viel ruhiger geworden. Der erste Kandidat war ein Kaninchen, das in Außenstallhaltung gehalten wurde. Wir sollten die Frage stellen, ab welcher Temperatur es nach Drinnen möchte. Prompt schoss mir der Gedanke ‚bei minus 4 Grad‘ in den Kopf. Als ich diese Antwort auf mein Blatt Papier schrieb und dann mehrere Teilnehmerinnen im Kurs exakt dieselbe Antwort hatten, war ich erst einmal sprachlos. Wir hatten nur mit dem Namen des Kaninchens, dem Foto und dem Namen der Besitzerin gearbeitet. Damit ging der erste Tag zu Ende.

Und diese Botschaft hatte meine Katze Lola für mich

Am zweiten Tag machten wir zur Einstimmung erneut Übungen, um innerlich ruhig zu werden, und dann legten wir los. Irgendwann kam dann auch meine Katze Lola an die Reihe. Ihre Antwort auf meine Frage, ob sie eine Botschaft an mich hätte, ließ mich erneut mit Staunen zurück. Lola war in erster Linie die Katze meines Freundes. Als Engländer sagte er immer ‚my special cat‘ zu ihr. Lolas Botschaft an mich war: Ich bin eine besondere Katze. Die anderen Teilnehmerinnen staunten nicht schlecht, als ich ihnen erzählte, dass mein Freund Lola so nannte und er es immer auf Englisch sagte.

Und am Ende des Tages kommt die Ratio

Am Ende des zweiten Seminartages war ich kaputt, ein wenig verwirrt, aufgeregt und irgendwie durcheinander. Ich hatte die vertrauten Pfade meines bisherigen Weltbilds verlassen und mich auf ein neues Abendteuer eingelassen. Meine Ratio wollte eine Erklärung.

Fragt man mich als Psychologin, wie es sein kann, dass die Tierkommunikation funktioniert, habe ich keine wissenschaftlich fundierte Lösung anzubieten. Ich weiß es nicht. Es gibt Erklärungsmodelle, die gerne zitierte werden, wie etwas Rupert Sheldrakes Theorie vom ‘Morphischen Feld‘ oder es gibt C.G Jungs Archetypenmodell, das man zur Erklärung heranziehen könnte.

Wer einen sehr wissenschaftlich geprägten Geist hat, benötigt diese Erklärungen erst einmal. Wir brauchen etwas, woran wir uns festhalten können. Ich wurde mit jeder Tierkommunikation ruhiger, die mir Fakten lieferte, die ich nicht wissen konnte, die mir aber die Tierhalter im Nachhinein bestätigten. Dann irgendwann spielte es keine Rolle mehr. Heute, fast zehn Jahre später, ist die Tierkommunikation für mich etwas Alltägliches geworden.

Die Botschaft meiner Katze Josephine war damals übrigens: Stelle dich deiner Angst! Passender hätte es nicht sein können.

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