Impfung


Impfungen

Die Impfentscheidung ist eine sehr persönliche Entscheidung, die nur von Ihnen alleine getroffen werden kann. Die folgenden Ausführungen sind eine recht kurze Zusammenfassung eines sehr umfangreichen Themas. Ich hoffe, dass ich Ihnen damit die wichtigsten Fragen zum Thema Impfung beantworten kann. 


1. Gesundheit

Fast alle Impfstoffhersteller geben im Beipackzettel an, dass das Tier zum Zeitpunkt der Impfung gesund sein sollte. Die Definition des Begriffes Gesundheit ist laut WHO (Quelle: Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 260.Auflage,  Walter de Gryter, 2004): … der Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens (…). 

Ein Tier ist demnach nicht als gesund einzustufen, wenn es unter anderem folgende Symptome hat:

  1. Allergien oder Hautprobleme 
  2. einen angeborenen Herzfehler 
  3. eine Missbildung 
  4. den Besitzer kürzlich gewechselt hat 
  5. unter chronischen Erkrankungen leidet  (bsp. Katzenschnupfen)
  6. unter Parasitenbefall leidet
  7. sich im Zahnwechsel befindet 
  8. Stress ausgesetzt ist oder unter Angst leidet u.v.w

2. Impfzyklen

In den USA werden seit einigen Jahren für viele Impfungen Impfzyklen von 3 Jahren statt 1 Jahr empfohlen. Hier haben Studien an unterschiedlichen Universitäten ergeben, dass die Tiere nach erfolgter Grundimmunisierung auch nach 7 Jahren einem hohen Infektionsdruck noch stand gehalten haben. Auch einige Tollwutimpfstoffe sind in Deutschland inzwischen für Hunde auf 3 Jahre und für Katzen auf 4 Jahre zugelassen. Das Paul-Ehrlich-Institut empfiehlt für Hunde ab dem 2. Lebensjahr einen dreijährigen Rhythmus für Staupe, HCC und Parvovirose und eine jährliche Auffrischung für Leptospirose. Für Katzen wird eine Katzenseucheimpfung alle 3 Jahre empfohlen und für Katzenschnupfen eine jährliche Wiederholung. Fast alle Kombinationsimpfstoffe (Seuche und Schnupfen in Kombination) haben eine jährliche Zulassung.  


3. Nebenwirkungen

Besonders bei Katzen ist bekannt, dass sie sehr empfindlich auf Spritzen reagieren. In den USA hat man aus diesem Grunde den Begriff Spritzensarkom – Fibrosarkom (früher Impfsarkom) eingeführt. Das Spritzensarkom ist ein bösartiger Tumor, welcher sich an den Einstichstellen bilden kann. Man ist aus diesem Grund dazu übergegangen, die Tiere an Stellen zu impfen, die einer Operation gut zugänglich sind. Achten Sie also auch bei Ihrem Tier darauf, dass nicht in den Nacken geimpft wird, sondern in die hinteren Gliedmaßen. Bei Katzen sollten Spritzen generell mit Vorsicht verwendet werden. Auch im Falle einer längeren Antibiosetherapie empfiehlt sich der Einsatz von Tabletten. 

Neben dem Spritzensarkom gibt es eine Reihe von Risiken, die häufig durch Zusatzstoffe (Antibiotika, Thiomersal, Azeton, Phenol, u.v.w) verursacht werden. Zu diesen zählen unter anderem:

•  anaphylaktischer Schock (allergische Schockreaktion) – recht selten

• die Ausbildung von Allergien

• Autoimmunerkrankungen 

• Hauterkrankungen

• Atemwegserkrankungen

• Krebserkrankungen (bsp. Impfsarkome)

• Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Aggression) 


4. Was tun? 

Geimpft werden sollte nur so viel wie unbedingt nötig. Daher lassen Sie sich gründlich beraten. Es gibt eine ganze Reihe an Impfungen, die dafür bekannt sind, dass sie schlecht vertragen werden (Bsp. Borrelliose und Mykose). Achten Sie nach Möglichkeit darauf, dass die Tollwutimpfung nicht als Kombiimpfung verabreicht wird. Lassen Sie sich die Aufkleber im Impfpass Ihres Tieres erklären, damit Sie genau wissen, gegen was Ihr Tier geimpft wurde. Auch sollte Ihr Tier wirklich gesund sein, da es sonst zu Komplikationen oder gar zum Ausbruch der Erkrankung kommen kann, gegen die Ihr Tier geimpft wurde. Achten Sie nach dem Impfen auf Reaktionen und darauf, wie lange diese anhalten. Vor allen Dingen: Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl!


Neuste Impfrichtlinien für Hundehalter vom WSAVA

Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) in den USA hat neue Richtlinien an Veterinäre und Hundehalter herausgegeben. Die kompletten Richtlinien finden Sie unter:

http://www.wsava.org/guidelines/vaccination-guidelines. 

Zusammenfassend wird hier Folgendes festgelegt:

Unterteilt werden die Impfungen in sogenannte Core Vaccines (unverzichtbare Impfungen) und None Core Vaccines (verzichtbare Impfungen). Für die unverzichtbaren Impfungen wird ein Impfrhythmus im 3 Jahreszyklus vorgeschlagen. Hierzu zählen nur: Staupe, Parvovirose, Hepatitis (Adenovirus) und Tollwut.

Wird im Alter von 14-16 Wochen geimpft, so räumt der WSAVA ein, entsteht ein Immunschutz, der viele Jahre, vielleicht sogar ein Leben lang, anhält ‚A high percentage (98)% of core puppy vaccines given between 14-16 weeks of age will provide immunity against parvovirus, distemper and adenovirus for many years and probably ofr the life of the animal‘.

Impfungen vor der 14.-16. Woche sind nicht zu empfehlen, da durch die Muttermilch noch maternale Antikörper an die Welpen weitergereicht werden. Diese können ein erfolgreiches Angehen der Impfung (sprich eine adequate Reaktion des Immunsystems) verhindern. Das ist somit unnötig.

Nach 12 Monaten sollte die Impfung geboostert werden, allerdings tut man dies, um sicherzugehen, dass ein Immunschutz bei denjenigen Hunden entsteht, bei denen die Impfung im Welpenalter nicht ausreichend angegangen ist (z.B. weil sie zum Zeitpunkt der ersten Impfung noch gesäugt wurden). Vor einer Booster-Impfung sollte nach Möglichkeit ein Titertest gemacht werden. In den USA gibt es hierzu günstige Analysekits VacciCheck von Biogal Laboratories und TiterCheck von Zoetis.  

Bei Interesse können Sie Ihrem Tierarzt oder Ihrem Tierheilpraktiker folgende Kontaktdaten weiter geben, da die Tests von Biogal inzwischen (Stand 24.03.15) auch in Deutschland zu bestellen sind: Frau Adina Voss Tican, Biogal Sales Deutschland: Tel: 01779635635.