Sterbebegleitung


Sterbebegleitung, was bedeutet das?

Sterben ist eine heilige Zeit. Der Seele wird Raum gegeben, unerledigte Dinge aufzuarbeiten und sich intensiv auf den Austritt aus der materiellen Welt vorzubereiten. Für uns Menschen ist es eine Zeit des Wachstums. Wir lernen in dieser Zeit viel über das Leben und den Tod. Allein durch das Beobachten lernen wir, was es bedeutet, die Materie zu verlassen. Wir lernen, die Angst vor dem Sterben abzulegen und uns tiefer mit dem eigenen Sein zu verbinden.


Macht sich das Tier auf den Weg, dann trifft uns das unerwartet. Denn auch wenn der Sterbeprozess schon lange Zeit vorher eingesetzt hat, blenden wir diesen so lange aus, bis die Zeichen nicht mehr übersehen werden können. Meist begreifen wir den Sterbeprozess also erst als endgültig, wenn das Tier schon sehr weit in diesem Prozess fortgeschritten ist.  Der Alltag bleibt plötzlich stehen. Wir werden mit einer Realität konfrontiert, die wir ausgeblendet haben.


Warum blenden wir den Tod aus?

Wir leben in einer Zeit und einer Kultur, in der das Leben zelebriert wird, das Sterben und der Tod jedoch keinen Platz haben. Zu groß ist die Angst vor dem Ungewissen, vor dem Verlust, vor Schmerz und Leid, die wiederum eine Reihe von Ängsten, hinsichtlich der Entscheidungen, die wir treffen wollen, schürt. Der Tod und das Sterben machen Angst, denn wir wissen nicht, was danach kommt. So kommt der Tod des geliebten Tieres meist aus heiterem Himmel. Nichts scheint darauf hingedeutet zu haben. Eben war mein Tier noch das blühende Leben und nun befindet es sich in der letzten Sterbephase. Das ist ein großer Schock.


Wie kann die letzte Sterbephase aussehen?

Die letzte Sterbephase, das Verlassen der Seele, kann man mit der Geburt vergleichen. Diese Phase kann sich über Monate hinziehen oder auch nur wenige Tage dauern. Wie Geburtswehen flackern die Symptome in dieser Zeit auf, um dann wieder abzuebben.So lassen sich rhythmisch auftretende Wachphasen und wieder Phasen der ‚Hinüberschau’ beobachten. Die Tiere zeigen in der Phase des Loslassens unter anderem folgende Verhaltensweisen: Sie starren scheinbar ins Nichts oder fixieren und starren auch immer wieder einen Punkt im Raum an. Manchmal schreien sie plötzlich auf, oder sie versuchen aufzustehen und zu laufen, obwohl sie sich kaum noch auf den Beinen halten können. Für uns ist das kein schöner Anblick. Es zerreißt uns förmlich das Herz. Daher hilft zu verstehen, was genau passiert.


Was passiert beim Sterben?

Das Tier nimmt nun die Energien wahr, die sich versammelt haben, um die Seele sicher hinüber zu begleiten. Die letzten Energien im Körper, die die Seele an die Materie binden, müssen abgebaut werden. Für uns schaut es so aus, als bäume sich das Tier auf und leide unsägliche Schmerzen.
Die meisten Tiere schlafen in dieser letzten Phase kaum noch oder nicht mehr sehr fest, wirken aber häufig so, als seien sie am Tagträumen. Manche Tiere stellen die Nahrungsaufnahme ein und es kann bis zu 14 Tage (in seltenen Fällen auch länger) dauern, bis sie soweit sind, den Körper zu verlassen. Besonders bei Katzen erlebe ich immer wieder, dass diese noch fast bis zum letzten Tag fressen.


In den letzten Tagen kann es auch dazu kommen, dass sich die Tiere aufbäumen, schreien und Krämpfe entwickeln. Dies wird meist durch chemische Reaktionen im Körper hervorgerufen. Meist ist die Ursache darin zu finden, dass Stoffe aus dem Blut über die Blut-Hirnschranke ins Gehirn gelangen und hier epileptiforme Anfälle auslösen. Diese sehen sehr dramatisch aus, sind in der Regel aber nicht schmerzhaft. Diese Krämpfe treten, wenn sie auftreten und nicht durch eine Meningitis oder Staupe ausgelöst sind, meist zwischen 1-3 Tagen vor dem körperlichen Tod auf.


Einschläfern ‚Ja’ oder ‚Nein’?

Diese Frage können Sie nur selber beantworten. Kaum jemand erinnert sich ans Sterben, daher können wir auch nicht wissen, was richtig und was falsch ist. Auch der Tierarzt, der vielleicht das Leid nicht ertragen kann und einschläfern möchte, kann Ihnen keine Garantie dafür geben, dass dies der richtige Schritt ist. Nur Sie selbst und Ihr Tier wissen, was angebracht ist. Helfen kann Ihnen vielleicht folgende Faustregel, die sich in meiner Praxis als sehr gute Orientierung erwiesen hat: So lange Sie sich die Frage stellen, ob der richtige Zeitpunkt schon gekommen ist oder noch nicht, lassen Sie Ihr Tier nicht einschläfern. Sollte Ihr Tier diese Hilfe benötigen, werden Sie es unumstößlich spüren. Sie werden ohne Hektik und Angst den Tierarzt ins Haus bestellen und Ihr Tier im Kreise derer, die dabei sein sollen, einschläfern lassen und ein gutes Gefühl dabei haben.


Ich habe mein Tier einschläfern lassen, obwohl ich nicht soweit war. Was kann ich tun?

Es scheint auf den ersten Blick einfacher zu sein, die Entscheidung zur Euthanasie einem anderen Menschen zu überlassen. Erst im Nachhinein kann es sein, dass sich die Entscheidung plötzlich nicht mehr gut anfühlt. Statt eines liebevollen Abschieds haben Sie nur noch die Augen Ihres Tieres zum Zeitpunkt der Euthanasie im Kopf. Vielleicht hat sich Ihr Tier gewehrt oder es hat lange gebraucht um einzuschlafen. Vielleicht haben sie sich das Ganze harmonischer vorgestellt. Was auch immer der Grund sein mag – so mancher Mensch leidet noch Jahre, nachdem sein Tier eingeschläfert wurde. Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber ich kann Ihnen versichern, dass ich bis heute nicht eine Seelenkommunikation in meiner Praxis gemacht habe, in der die Seele des betroffenen Tieres Vorwürfe erhoben hat.

Was aber immer wieder ganz deutlich wurde, war Folgendes: Immer war es ein gemeinsam abgesprochener Weg zwischen Tier und Halter. Die Tiere sahen in der getroffenen Entscheidung weder einen Fehler noch ein Versagen von Seiten ihrer Menschen. Immer wenn ich mit einer Seele kommuniziere, spüre ich reine, bedingungslose Liebe, gleich wie das Tier gestorben ist.


Mein Tier ist gestorben, was nun?

Nachdem die Seele den Körper verlassen hat, sollten Sie sich Zeit nehmen, bevor Sie Ihr Tier beerdigen. Die Seele ist noch mit dem Körper verbunden – ich sehe diese Verbindungen immer als Silberfäden – und es braucht seine Zeit, bis auch diese letzten Verbindungen gelöst sind. Sie können sich zu Ihrem Tier setzen und sich in Ruhe verabschieden. Folgen Sie Ihrem Bauchgefühl. Manchen Menschen tut es gut, eine Kerze anzuzünden und sich vorzustellen, wie das Licht der Kerze der Seele den Weg weist. Sie können auch den Platz schmücken, auf dem Ihr Tier liegt, Musik anmachen oder sich einfach still dazu setzen und sich noch einmal verabschieden. Lassen Sie sich Zeit. Auch hier werden Sie spüren, wenn Zeit ist, das Tier loszulassen, zu beerdigen oder zur Einäscherung abholen zu lassen.

Wenn Sie noch Fragen haben oder Begleitung brauchen, stehe ich Ihnen zur Seite. Gemeinsam schauen wir, was gebraucht wird, so dass Sie Ihrem Tier liebevoll und angstfrei das letzte Geleit geben können.

Falls Sie Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne unter: 03041714403 zur Verfügung oder schicken Sie mir eine E-Mail an: Info@tierheilpraktiker-faber.de.